akut einsetzendes Atemnotsyndrom durch Lungenschädigung unterschiedlicher Ursache.
Ursache: Dem akuten Lungenversagen kann eine direkte Schädigung des Lungengewebes, z. B. durch Inhalation lungenschädigender Substanzen (z. B. bei Rauchvergiftung) oder durch Ansaugen von Flüssigkeit (z. B. von Magensaft) zugrunde liegen. Aber auch indirekte Schädigungen der Lunge, z. B. infolge von Vergiftungen (z. B. Schlafmittelvergiftung), Blutvergiftung, Schock, schwere Mehrfachverletzungen, Stoffwechselentgleisungen oder schwere Gerinnungsstörungen (Verbrauchskoagulopathie) können ursächlich sein. In der Frühphase entwickelt sich ein Lungenödem. Im Verlauf von mehreren Tagen und Wochen entsteht eine zunehmende krankhafte Vermehrung des Bindegewebes (Fibrose), die sich in der Spätphase über viele Monate langsam zurückbilden kann.
Befund: Der Kranke verspürt Luftnot, dabei besteht anfänglich eine gesteigerte Atmung (Hyperventilation) bei Absinken der Sauerstoffsättigung im Blut und Auftreten einer respiratorischen Alkalose. Später entwickelt sich eine respiratorische Globalinsuffizienz (Ateminsuffizienz) mit erniedrigten Sauerstoff- und erhöhten Kohlendioxidwerten im Blut. Komplizierend kann ein Multiorganversagen (Funktionsausfall mehrerer lebenswichtiger Organe) hinzukommen. Der erniedrigte Sauerstoffgehalt im Blut ist im fortgeschrittenen Stadium oft nicht mehr behandelbar; es treten Bewusstlosigkeit, Schock und ein durch den Sauerstoffmangel bedingtes Herzversagen ein. In der Diagnostik des akuten Lungenversagens geben v. a. Blutgasanalyse und Röntgenaufnahmen des Brustkorbes (einschließlich Computertomografie) Aufschluss über die Schwere der Erkrankung.
Behandlung: Die wirksamste Maßnahme ist die Beatmungstherapie, die möglichst frühzeitig eingeleitet werden muss. Zusätzlich sollte eine intensive Behandlung der Grunderkrankung erfolgen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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