bakterielle Infektionskrankheit, die v. a. bei Rindern und Schweinen weit verbreitet ist, aber selten auf Menschen übertragen wird.
Ursache: Der Erreger Listeria monocytogenes kommt außer bei Rindern oder Schweinen auch bei anderen Zuchttieren wie Ziegen oder Hühnern vor. Menschen können sich durch direkten Kontakt mit infektiösen Tieren, Trinken verseuchter Milch oder Verzehr von Rohmilchkäse und kontaminiertem Fleisch anstecken.
Befund: Meist verläuft die Krankheit stumm, d. h. ohne Krankheitszeichen, selten treten ähnliche Beschwerden wie bei einer Grippe auf. Alte, Neugeborene, Immungeschwächte sowie insbesondere Schwangere haben ein vielfach höheres Risiko, eine Listeriose zu entwickeln. Wenn sich Frauen in der Schwangerschaft anstecken, können die Erreger über den Mutterkuchen auf das Kind übertragen werden, was zu Früh- und Totgeburten oder zur sog. Neugeborenenlisteriose führen kann, die alle Organe des Körpers in Mitleidenschaft zieht. Die hierbei auftretende Entzündung des Gehirns und der Gehirnhäute (Meningoenzephalitis) mit Symptomen wie Erbrechen, Benommenheit und Atemstörung bis hin zum Atemstillstand verursacht oft dauerhafte Schäden.
Behandlung: Auch bei hoch dosierter Gabe von Antibiotika können Dauerschäden des Säuglings oft nicht vermieden werden, die Hälfte der Neugeborenen verstirbt kurz nach der Geburt. Schwangere sollten Tierkontakte prinzipiell meiden oder zumindest die Hygieneregeln streng befolgen. Außerdem wird vom Verzehr von rohem Fleisch, Rohmilch und Rohmilchkäse (z. B. Camembert) abgeraten. Eine Impfung existiert nicht.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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