deutlich überdurchschnittliches Längenwachstum; der Betroffene überragt 90 % der Gleichaltrigen. Die sehr ausgeprägte Form des Großwuchses, bei der die Betroffenen größer sind als 97 % ihrer Altersgenossen, wird Hochwuchs genannt.
Ursache: Ist die ganze Familie sehr groß, kann ein gutartiger familiärer Großwuchs vermutet werden. Andere erbliche Ursachen eines Großwuchses müssen jedoch ausgeschlossen werden. So führt z. B. das Marfan-Syndrom typischerweise zum Großwuchs, ebenso wie eine Reihe hormoneller Störungen durch eine Überfunktion der Schilddrüse, der geschlechtshormonbildenden Anteile der Nebennierenrinde oder der Hypophyse mit vermehrter Ausschüttung des Wachstumshormons. Ursache kann auch die Fettsucht sein, die allerdings nur zu einer Wachstumsbeschleunigung im Kindesalter, aber nicht zu einer gesteigerten Endgröße führt.
Befund: Die Diagnose des Großwuchses wird durch Vergleich der Kindsgröße mit den Alters- und Geschlechtsgenossen unter Berücksichtigung der elterlichen Körpergröße gestellt. Im Rahmen der Diagnostik ist es wichtig, herauszufinden, ob ein echter Großwuchs oder lediglich ein vorzeitiger Eintritt des Pubertätswachstumsschubs vorliegt. Hierzu wird zusätzlich zur genauen Körperlängenmessung anhand einer standardisierten Röntgenaufnahme der Mittelhandknochen das Knochenalter bestimmt. Durch Hormonbestimmung im Blut können die von der Drüsenfunktion abhängigen Ursachen ausgeschlossen werden.
Behandlung: Liegt keine behandelbare Grundkrankheit vor oder ist ihre ursächliche Behandlung nicht möglich, so kann durch Geschlechtshormone eine beschleunigte Knochenreifung und damit ein vorzeitiger Schluss der Wachstumszonen der Knochen erreicht werden, falls die zu erwartende Endgröße der Betroffenen problematisch zu werden droht. Diese Therapie erfolgt in Spezialambulanzen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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