Verbindung zwischen dem Darm und einem anderen Organ (innere Darmfistel) bzw. dem Darm und der Körperoberfläche (äußere Darmfistel). Eine Darmfistel kann infolge einer Entzündung entstehen, nach Verletzungen des Darms oder als Komplikation einer Operation; in seltenen Fällen ist sie angeboren. Sie kann auch operativ angelegt werden, um z. B. den Darm durch das Abfließen des Kotes bei einem Darmverschluss oder nach Anlage einer Darmnaht vorübergehend zu entlasten (Darmausgang, künstlicher).
Bei einer äußeren Fistel kann es durch den sich entleerenden Stuhl zu einer Schädigung der Haut kommen. Hier muss die Haut (z. B. mit Pasten oder Platten) geschützt werden. Durch künstliche Ernährung über die Vene oder mit spezieller Nahrung, die schon im oberen Magen-Darm-Trakt vom Körper aufgenommen wird, kommt kein reizender Stuhlgang mehr an die Darmfistel, sodass sie unter günstigen Bedingungen ausheilen kann. Heilt die Darmfistel unter dieser Behandlung nicht ab, muss sie chirurgisch entfernt werden. Innere Fisteln bergen die Gefahr einer Entzündung des betroffenen Gewebes sowie des Verlustes wichtiger Nahrungsbestandteile, wenn der Speisebrei an für die Aufnahme wichtigen Darmanteilen vorbeigeleitet wird. Sie müssen operativ verschlossen werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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